Das Neue Stadtmuseum lädt Sie zum Museumsgeburtstag am Sonntag, den 25. Oktober 2009 von 10-17 Uhr ein. Es gibt Sonderführungen mit Theatereinlagen.
Eine Tasse Tee in der Gesellschaft von Lady Gwenddydd Herkomer? Dabei sein, wenn Ritter Ulricus de Phetine und seine Gemahlin Hildegard die Gründung Landsbergs besprechen? An der Seite eines Landsberger Bürgers gegen die Schrecken des 30-jährigen Krieges kämpfen? Den königlichen Rektor Doktor Johann Baptist Krallinger als Menschenfreund kennenlernen? Im Landsberger Stadtmuseum ist das möglich.
Am Museumsgeburtstag, Sonntag, den 25. Oktober, können Sie Augenzeuge werden, wie Landsberger Geschichte gemacht wurde.
In einstündigen Sonderführungen erleben Sie vier Theaterszenen, die Ihnen hautnah schildern, was sich vor Jahrhunderten zugetragen hat.
Unsere Stadt hat Geschichte; seien Sie dabei und erleben Sie die Vergangenheit!
4 Szenen zur Stadtgeschichte von Nué Ammann:
Jakob – Lukas Roed, Josefa – Nue Ammann, Martha – Nina Ranzinger, Dr. Krallinger – Wolfgang Heinrich
Pater Rektor – Wolfgang Heinrich, Johannes – Lukas Roed, Roger Frickinger – Thomas Bauer, Barbara – Nina Ranzinger
Gwenddydd – Nina Ranzinger, Amelia – Christina Tobisch
Hildegard – Christina Tobisch, Elisabeth – Nina Ranzinger, Ulricus – Thomas Bauer
Beginn der Theaterführungen
um 11 Uhr,
um 12 Uhr,
um 14 Uhr,
um 15 Uhr und
um 16 Uhr.\\
Kaffee und Kuchen laden zum genussvollen Aufenthalt im schönen Museumsgebäude ein.
Eintritt frei!
Die Museumstheaterkompagnie
Nue Ammann, Autorin & Regisseurin
führt Sie als Chronistin durch die Jahrhunderte. Treppauf, treppab. Denn auf dem Weg durchs Haus gibt es noch jede Menge zu entdecken…
Als Fräulein Josefa muss sie sich allerdings fragen, ob die Welt um sie herum verrückt geworden ist. Denn welcher vernünftige Mensch inter-essiert sich schon für verdreckte Tonscherben?
Christina Tobisch
unternimmt als Amelia Finkenbeiner eine Spritztour nach Landsberg. Dass Sie dabei Gelegenheit bekommt Unglaub-liches über den von ihr verehrten Maler Herkomer zu erfahren, hätte sie nie vermutet…
Von der rechten Art zu wirtschaften, ob in Haus und Hof, oder als Mutter eines Adelsgeschlechts, legt sie als Hildegard de Phetine ein beredtes Zeugnis ab.
Nina Ranzinger
alias Gwenddydd Herkomer lädt zum Tee ein und lüftet dabei das ein oder andere Geheimnis ihres verstorbenen Vaters Sir Hubert.
Als Elisabeth de Phetine, Tochter des strengen Ritters Ulricus, bezaubert sie sogar den Vater und hat dabei nur eines im Kopf: Heirat.
Auch verliebt erleben wir sie, doch als schlichtes Hausmädchen Martha sind ihre Chancen begrenzt. Ob sie dennoch ihr Glück findet?
Wolfgang Heinrich
spielt den Pater Rektor des Jesuiten-klosters. Er hat eine fast unerfüllbare Mission: Nächsten-liebe zu üben in Zeiten des 30jährigen Krieges.
Als Dr. Johann Baptist Krallinger dagegen, darf er sich über den leidenschaftlichen Eifer, den seine Idee des Museums entfacht, freuen…
Thomas Bauer
will als Ritter Ulricus de Phetine sein eigener Herr bleiben. Doch die Befehle Heinrichs des Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen, müssen befolgt werden. Eine Weigerung hieße in Bann und Acht geraten…
Als Roger Frickinger, Bürger der Stadt Landsberg, hat er durch die Schweden alles verloren, was ihm lieb und teuer war. Einzig seine Tochter Barbara ist noch am Leben, verzweifelt versucht er sie zu retten.
Lukas Roed
alias Jakob Fuchs buddelt lieber alte, rostige Schlösser aus dem Dreck als seiner Tante bei der Arbeit zu helfen. Aber ob ihn das im Leben wirklich weiterbringen kann?
Verzweiflung und Ohnmacht muss er als Jesuitennovize Johannes ertragen. Zwei Feuer brennen in seiner Seele. Welcher Weg ist der richtige? Rache oder Versöhnung?
Vor 125 Jahren, am 26. Oktober 1884, wurde das städtische Museum in Landsberg eröffnet. Auf Vorschlag des Rektors der königlichen Realschule, Dr. Johann Baptist Krallinger, war das Museum im dritten Stockwerk seiner Schule in zwei Räumen eingerichtet worden. Wenige Tage darauf wurde der Museumsverein gegründet, der es sich zur Aufgabe machte, das städtische Museum zu unterstützen. Viele Kunstwerke, Gebrauchsgegenstände und schriftliche Zeugnisse aus der Landsberger Bevölkerung bildeten den ersten Museumsbestand. Neben der Sammeltätigkeit für das Museum erforschten führende Mitglieder des Vereins weiterhin sehr intensiv die Stadtgeschichte.
Im Jahr 1896 zog das Museum in die Katharinenkapelle, da die beiden Räume in der Schule wieder für eigene Zwecke benötigt wurden.
In den folgenden Jahren wuchs der Bestand zusehends, so dass im Jahr 1916 ein Teil des Museums im Vorraum des Stadtarchivs unter dem Dach der alten Infanteriekaserne (heute befindet sich hier der Parkplatz zwischen Lechstadel und Olympia-Kino) untergebracht wurde.
Im Jahr 1938 wurde das Heimatmuseum in die Maltesergebäude verlegt. Die Katharinenkapelle musste geräumt werden, weil ein Gutachten des Landesamtes für Denkmalpflege die Unterbringung des Museums in der Kirche und auf dem Dachboden der Infanteriekaserne als unhaltbaren Zustand bezeichnet hatte. Der Museumsbestand wurde der Stadt übergeben, mit der Auflage, es in geeigneten Räumen unterzubringen. Die Verwaltung des Museums oblag weiterhin der Vorstandschaft des Historischen Vereins. In der Katharinenkapelle sollte einer „Kriegergedächtnishalle“ entstehen, was jedoch wegen des Kriegsausbruchs zurückgestellt wurde. Im Jahr 1949 schuf die Stadt hier eine Kriegsopfergedächtnisstätte.
In den Jahren 1972 bis 1974 wurde das Herkomeranwesen beim Mutterturm zum Museum umgebaut. Von 1981 bis 1984 unternahm der Arbeitskreis Stadtmuseum überwiegend sichtende und ordnende Arbeiten, inventarisiert wurde der Bestand durch die damalige Abteilung für Nichtstaatliche Museen des Bayerischen Nationalmuseums. Erstmals wurde mit Hartfrid Neunzert ein hauptamtlicher Museumsleiter bestellt.
Nachdem das ehemalige Jesuitengymnasium umgebaut war, kehrte das Stadtmuseum wieder an den Ort seines Ursprungs zurück. Dort, wo Dr. Krallinger das erste Museum eröffnete, konnte 1987 eine Teileröffnung und 1989 die Gesamteröffnung des „Neuen Stadtmuseums“ gefeiert werden unter Leitung von Hartfrid Neunzert. Von ihm übernahm im November 2008 bis September 2010 Dr. Margarete Meggle-Freund M.A. die Leitung der städtischen Museen. Sie öffnete das Museum für breitere Besucherschichten, etablierte eine regelmäßige Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit.
Elke Kiefer, Stadtarchivarin
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