Städtische Museen

Landsberg am Lech

Landsberger erzählen Stadtgeschichten

Ein Fazit zum dreimonatigen Sammlungsaufruf

Februar 2019

Wir freuen uns über viele neue Gegenstände, die spannende Geschichten über ihre Besitzer erzählen und Stadtgeschichte anhand von Einzelschicksalen beleuchten können. Viele Landsberger sind unserem Aufruf gefolgt und haben unsere Sammlung zur Zeitgeschichte mit Fotoalben, Dokumenten, Feldpostbriefen, Sterbebildern, Wehrpässen, Lebensmittelkarten und anderen Dingen sowie mit beeindruckenden persönlichen Lebens- und Familiengeschichten bereichert.

Darunter ist zum Beispiel ein Feldpostbrief von Lothar Heidenhain, der als Feldunterarzt bei Kriegsende nach Landsberg kam, als morgens die Lechbrücken gesprengt worden waren. Sammelkarten mit Motiven, die den Kult um Hitlers Festungshaft belegen, eine Mütze der deutschen Arbeiterfront, zahlreiche Fotografien von Aufmärschen der Hitlerjugend in Landsberg, ein Hindenburglicht, das zur Ausrüstung eines Luftschutzkellers in der Weilheimer Straße gehörte. Vom Unterricht im Dritten Reich erzählen die Schulhefte von Alfred Willstädter, in denen sich Zeichnungen zur heimischen Vogelwelt, zu Lech, Bauernmalerei oder Klimaphänomenen ebenso finden wie sorgsam notierte Leitsprüche der NS-Ideologie. Überraschend hierbei: Die sehr gute Beurteilung des Lehrers Anton Micheler vom 8. September 1937 belegt, dass dieser seinen jüdischen Schüler nicht durch schlechte Noten benachteiligte, wie es zu dieser Zeit gang und gäbe war.

Auch Objekte aus der Zeit nach dem Krieg sind vertreten. Ein „Henkelmann“ erzählt die Geschichte eines Landsbergers, der aus polnischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.  Fleißig gesammelt hat eine Hausfrau in den 1950er Jahren, wie ein Kochbuch belegt, das aus einer Serie des Landsberger Tagblatts zusammengefügt ein Sortiment an Rezepten, Tipps und Tricks von A bis Z ergab.

Einige Geschichten, die uns Zeitzeugen selbst oder ihre Nachkommen erzählt haben, sind als Audioaufnahmen festgehalten. Aus dem gesammelten Material werden wir nun die interessantesten Aspekte herauskitzeln und für unser neues Ausstellungskonzept nutzen.

Wir als Museumsteam sagen vielen, vielen Dank für die großartige Unterstützung!

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